Karte bis Brambach
Heute stimmt die Karte nicht ganz , my maps kennt die kleine Privatfähre nicht mit der man nach Brambach übersetzen kann!
Heute stimmt die Karte nicht ganz , my maps kennt die kleine Privatfähre nicht mit der man nach Brambach übersetzen kann!
Sachsen-Anhalt ist ein sehr fahrradfreundliches Bundesland. Manches ist aber fast verwunderlich.
Gibt es wirklich keine andere Lösung als eine 4spurige Stadtautobahn per Ampelanlage zu sperren, damit die Fahrradfahrer auf die andere Seite kommen? Mir soll es recht sein.
Dann heute Morgen beim Rausfahren aus Wittenberg noch einmal die preußisch protzige Schlosskirche
Von dieser Seite kann man auf dem Spruchband noch lesen "...und Waffen.."
"..Ein feste Burg.." ? Wie war das noch einmal? Grübel, Grübel?
"Ein feste Burg ist unser Gott ein gute Wehr und Waffen.."
Stimmt!
Warum wirkt der Text auf diesem preußischen "Wasserturm" auf einmal gar nicht mehr lutherisch?
Hier spricht eindeutig, "der Gott der Eisen wachsen ließ" - auch dieses Lied ist vom guten Moritz Arndt mal ganz anders gemeint gewesen, als es dann zu Beginn des 20.Jahrhunderts ankam.
Sei´s drum
Ein wunderschöner Tag, nicht mehr kalt nur noch kühl. Ideales Radelwetter.
Tolle Radwege.
Da fährt das Fahrrad fast von allein.
Liebe Anhaltiner, Ihr habt ganze Arbeit geleistet. Ob da der eine oder andere Autofahrer vielleicht sogar ein bisschen sauer ist.
Neben den elenden Kopfsteinpflasterstraßen, herrliche Radwege!
Wenn ich ehrlich bin, heute ging es nicht immer nur durch Auwälder. Manchmal waren es auch die "Kohlschen blühenden Landschaften"
In Coswig biege ich nicht ab. Es steht heute noch so viel auf dem Plan
Wäre b3stimmt auch interessant gewesen.
Ich nehme lieber die "Coswiger Fähre" um in die Wörlitz-Dessauer Parks zu kommen.
Die Fähre ist eine "Gierfähre". Sie funktioniert seit 1864 (heute natürlich mit einem anderen Boot, aber das Prinzip ist gleich geblieben). Das Boot hängt an einem 250 m langen Drahtseil, welches flussaufwärts verankert ist.
Je nachdem wie man das Boot zur Strömung stellt, wird es auf die andere Seite geschoben. Das gleiche Prinzip habe ich schon an der Donau, in Österreich kennengelernt. Funktioniert prima.
Von Wörlitz an klumpen sich die Weltkulturerbe Hotspots nur so.
Zuerst also der Wörlitzer Park.
Schön!
Haben wir inzwischen einige kennen gelernt.
Was neu für mich war
Eine "Rousseau-Insel". Gibt es anscheinend häufiger. Es sind original getreue Nachbildungen der Insel "Île des peupliers“ auf der J.J. begraben ist. Zu seinen Ehren wurden in ganz Europa Rousseau Inseln nachgebaut. Unter anderem auch in Berlin, im Großen Tiergarten.
Was in Wörlitz noch eine Mischung aus englischer und französischer Gartenbauphilosophie ist, wird im Dessau-Wörlitzer-Gartenreich (auch: UNESCO-Weltkulturerbe) spektakulär. Vor allem wenn es überraschend kommt.
Zuerst sind es ein paar "Gipsifiguri", die da ganz unvermittelt in der Landschaft stehen. "Hallo!", denke ich, "hat da jemand was vergessen?"
Doch gleich um die Ecke, im Wald geht es weiter.
Jetzt verstehe ich! Da hat sich wieder jemand in seinem "Gärtchen" verwirklicht. Dieses mal war es der Fürst Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-Dessau.
Er hat sich stark am englischen Parkgedanken orientiert, der "Sieglitzer Park" ist sagenhaft in die Elbauenlandschaft eingebunde - sogar Obstwiesen und Nutzflächen sind integriert. Wären da nicht die "romantischen" Ruinen und Tempel (die übrigens alle wieder neu gebaut worden sind, zu DDR Zeiten war alles verschwunden,.
Im Architrav steht in goldenen Lettern "Der Besserung". Der "Solitude"- ist gerade erst wieder fertig gestellt.
Beeindruckt hat mich vor allem der wunderbare alte Baumbestand.
Insgesamt gehören 9 Parkanlagen und Gärten zum "Dessau-Wörlitzer-Gartenreich". Aber irgendwann ist es auch gut.
Also Kontrastprogramm. Noch ein Weltkulturerbe!
Das Bauhaus und die Meisterwohnungen.
Hat ein bisschen gedauert bis ich es gefunden habe. Diese Architektur war so unglaublich erfolgreich, dass diese Gebäude uns heute gar nicht mehr spektakulär vorkommen. OK. sie sind schon besonders gut gemachte Moderne. Aber wäre nicht "Bauhaus" dran gestanden, man hätte auch dran vorbeifahren können.
Was schon besonders ist, ist die kleinteilige Fächerung der Glasflächen. Da wird heftig japanische Architektur zitiert, die auch im Design einen großen Einfluss hatte.
Besonders gespannt war ich auf die "Meisterhäuser", deren "Rekonstruktion" ja erhebliche Diskussionen ausgelöst hat.
Besonders das "Direktorenhaus" in dem zuerst Gropius, und dann Mies Van-der-Rohe gewohnt haben, das aber bis auf das Fundament und den Keller komplett verschütt gegangen ist.
Die "Rekonstruktion" beschränkt sich nur auf die "Hülle" innen wurde der Raum völlig neu gestaltet. Da wird nicht so getan, als könne man "Verlorenes" wieder zurückholen.
Was hier geschaffen wurde, hat mich sehr fasziniert. Ich habe noch nie so viele Schattierungen von Weiß gesehen. Hier hat sich das Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez wirklich sehr detailverliebt gezeigt. Der Herr an der Kasse hat mir in aller Ausführlichkeit die verschiedenen Marmorputze und Sichtbetonvarianten erklärt.
Da verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst und Architektur. Super.
Das Direktorenhaus ist heute reine Hülle für Ausstellungen.
Die anderen 3 sind ja Doppelhaushälften.
Im ersten Doppelhaus haben Moholy-Nagy und lyonel Feiniger gewohnt. Moholy-Nagys Teil ist auch Ausstellungshülle, für mich weniger gelungen. Im anderen Teil ist eine Kurt-Weil Dokumentation untergebracht.
Im nächsten Doppelhaus wohnten Much und Schlemmer. Die sind von Stipendiaten bewohnt.
Das letzte Haus ist wieder zugänglich. Das sind die Haushälften von Kandinsky und Klee. Ehrlich gesagt, haben mich diese beiden Häuser am meisten beeindruckt, weil hier, die Raumaufteilung erhalten geblieben ist - und weil die Farbgebung, die von Klee bzw. Kandisky gewählt worden war, wieder hergestellt wurde. Zu DDR Zeiten haben in diesen Häusern "normale Menschen" gewohnt, wie die Aufsichtsperson betonte, und deren Spuren sind ein Stück weit auch noch erhalten geblieben. Diese Viel-Schichtigkeit hat mich mehr beschäftigt, als die 50-Shades-of-White.
Und das allerschönste war, dass ich nach den Meisterhäusern schon auf der "richtigen" Seite von Dessau war und nur noch knapp 10 km bis zu meiner heutigen Unterkunft hatte. Das war ein rundum gelungener Tag.
Zumal die Fähre zu den "Elbterrassen zu Brambach",
tatsächlich kommt wenn man sie ruft: Ich rufe "Hol, über, Fährmann! Hol über!" und nach einigen Minuten kommt von drüben eine Glocke, die sagt, dass man mich gehört hat, und dass die Fähre kommt.
Jetzt sieht man die Elbterrassen etwas besser. Einmalige Lage!
Was mir noch ein wenig Sorgen macht. Das soll eine Bootsanlegestelle sein?
Aber kein Problem:
Ich frage meinen Fährmann, was er für die Überfahrt verlangt. "Was sie geben wollen", seine Antwort.
Und jetzt sitze ich auf den Elbterrassen, habe gut gegessen und schreibe den Blog. So schön kann Reisen sein
Das "Hausbier" ist große Klasse. Kommt aus Treuenbrietzen, (man wie nahe ich an Berlin dranne bin, das merkt man schon, wie die Leute reden).
Was man von dem Luther Jubiläumsbier gestern, nicht sagen kann. Da fällt mir doch ein, dass er zu seiner Hochzeit von einem Freund ein Fässchen - ich -weiß -nicht -woher -Bier - bestellt hat. Mit der Drohung: "Es sey besser gut, sonst kann er es alleine saufen!" - Das hätte man mal beim Jubiläumsbier auch sagen sollen.
Was man von dem Luther Jubiläumsbier gestern, nicht sagen kann. Da fällt mir doch ein, dass er zu seiner Hochzeit von einem Freund ein Fässchen - ich -weiß -nicht -woher -Bier - bestellt hat. Mit der Drohung: "Es sey besser gut, sonst kann er es alleine saufen!" - Das hätte man mal beim Jubiläumsbier auch sagen sollen.
Auszug aus: "Betrachtungen zur Kulturgeschichte des 20.und 21.Jahrhunderts" - auf der Basis der "Engener Festplatte von Morfrad M%ller-Harter" dem sensationellsten Fund der neueren Archäologie, Insel Chäserrugg, 2849, 12.Auflage, S.621 ff.
"Mensch und Natur im 21.Jahrhundert" Kapitel 2: Der "Phytophile Typus"
Ebenso verbreitet wie der Zoophile-Typus scheint der Pflanzenfreund vertreten gewesen zu sein. Wobei der Begriff "Freund" zu kurz greift. Es geht um eine tiefgreifende Verehrung von Pflanzen.
C.Clearwater unterscheidet 2 Unterarten von Phytophilen. Die Floraphylen, die ihre Wohnstätten und ihre Umgebung mit blühenden Pflanzen umgeben und die Dendrophylen, deren Verehrung den Bäumen gilt.
Schon Clearwater weist darauf hin, dass sich hinter der Verehrung einer bestimmen Pflanze, eine Zugehörigkeit verbirgt. Das verbindet sie möglicherweise mit dem zoophylen Typus. Hier wird eine Art "Ahnenkult" zum Ausdruck gebracht. Schon seit langem ist der Begriff des "Totemtieres" bekannt. Aber auch Pflanzen können diese Rolle einnehmen.
Anhand dieses "Ahnenschreins" einer sehr wohlhabenden Familie wird dies besonders gut deutlich. Viele Generationen werden hier in Form ihrer floralen Totems repräsentiert.
Für den Untertypus des "Dendrophylen" hat das Hirohito Kawasaki anhand der M%ller-Harterschen Bilddateien ebenfalls schlüssig dargelegt, welchen hohen Grad der Verehrung Bäume genossen haben:
Man schmückt sie mit Bändern
Man ritzt Zeichen in ihre Rinde,
Oder man hängt kleine "Ahnenschreine" an ihnen auf:
Man beachte das "Seelenloch" (Kawasaki, S.112), das dem Verstorbenen die Möglichkeit läßt aus seiner "Behausung" segensreich auf die Nachgeborenen zu wirken.
Auch Totembäume habe eine begrenzte Lebensdauer. Stirbt ein Baum ab. So kommt ein ganz besonderes Ritual zum Tragen. Die Wurzeln, die Kraftquellen, der Ursprung alles "Seins" wird beim Verstorbenen Totem noch einmal geehrt. Der Baum selbst bleibt unangetastet bis er verschwindet (Sie Kapitel Mensch und Natur I)
Indem die Wurzeln geschmückt und bemalt werden, zeigt sich die tiefe Verbundenheit der Menschen des 21.Jahrhunderts mit der Natur aufs Trefflichste:
Morfrad M%ller-Harters umfangreiche Bilddatenbank zu diesem Thema belegen unumstößlich wie eng die Verbundenheit mit dem Totembaum auch über dessen Tod hinaus gewesen sein muss
Und noch ein Beispiel:
Doch mit dem Gegensatzpaar Pflanzen vs Tierfreunde ist die komplexe Gesellschaftsstruktur der landgebundenen Zivilisationen des 20. und 21. Jahrhundert nicht annähern beschrieben. Mehr davon im nächsten Kapitel.
Bis Morgen und eine geruhsame Nacht.































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