Karte bis Mělník
Wer glaubt, auf dem Land ist es himmlisch ruhig,- der irrt!
Gestern Abend haben die Jungs aus der Küche noch richtig Party gemacht. Beim Aufräumen bis etwa 23:30 haben sie es schwer uznuznzzn lassen. Dann kam irgendwann ein großes Auto über den Kies gedonnert. Kurz danach war Ruhe! Und am Morgen, gegen 6 donnerten die ersten Erntemaschinen über den Feldweg am Haus vorbei. Da scheppern die Fensterscheiben.
Der Morgen ist frisch, - nein eigentlich schon eher kalt. Ich habe mit Windjacke und Ärmlingen angefangen, aber nicht lange, dann musste die Softshell raus. Die Sonne hat bei der niederen Wolkendecke keine Chance.
Die Strecke über die Dörfer finde ich problemlos. Bei Čelákovice bin ich zurück an der Elbe, die von hier bis zu Mündung noch
872 km vor sich hat. Auch wenn ich mehr Kilometer als der Fluss brauche, wird meine Reise nicht viel länger werden, denn bis Cuxhaven fahre ich ganz sicher nicht.
Gleich hinter dieser Schleuse - eine beeindruckende Fußgänger-und Radfahrerbrücke. t
Ich bin überrascht. Eigentlich gibt es an der Elbe immer wieder Brücken, die auch von Radfahrern genutzt werden können, ist das nicht ein gewaltiger Aufwand. Woher kommt auf einmal das Geld, wenn gleich nebenan die Radwege unterirdisch schlecht sind.
Doch auf diesem Abschnitt hat man richtig Geld in die Hand genommen. Dann kommt dieses Schild
Ganz klar, zum einen sind wir ganz nahe an Prag, der Radweg dorthin wird bald abgehen, zum anderen gehört dieser Abschnitt zum Euro Velo 4. Der Mitteleuropa Radweg, 4000 km lang, von Kiew bis Roscoff dem westlichsten Punkt Frankreichs. Daher also. Und es kommt noch besser, keine 5 km weiter unter wieder eine Radbrücke, wieder sehr aufwendig. Warum man die braucht ist mir noch weniger ersichtlich.
Sollten da EU- Gelder üppig geflossen sein? Für diese beiden Brücken hätte man eine Menge Radwegkilometer anlegen können, da bin ich mir sicher. Der Euro Velo 4 ist auch so ein Phantom, von den 4000 km sind nur ganz wenige in der realen Welt angekommen.
Kurz vor Brandys/Brandeis geht der Radweg nach Prag ab. Auf diesem Abschnitt ist der Radweg vorbildlich. Mit Picknickplätzen und allem Komfort.
Das Brandyser Schloss ist besonders. Der Innenhof des Renaissance-Schlosses ist fast komplett mit Scraffiti ausgeschmückt.
So etwas gibt es in dem Umfang nur in Italien und in Böhmen. Die Bilder sind quasi rausgekratzt. Der obere Putz ist weiß, darunter der graue, oder braune.
Mein Lieblingsbild ist dieser Elefant
Ein richtig übel gelauntes, bösartiges Tier. Brandeis spielte in der Geschichte verschiedentlich eine große Rolle. U.A. haben sich Franz I. und Zar Alexander 1813 getroffen um zu beraten, wie man gegen Napoleon vorgehen soll.
Und zwischendrin auch moderne Kunst. Der Abstecher hat sich gelohnt.
Hinter Brandys geht der Luxusradweg zunächst weiter. Aber so viel Wohlfühlradeln wird, das weiß ich inzwischen, gnadenlos bestraft. Bei Kostelec hätte ich dem Alternativvorschlag von bikeline folgen sollen und nicht rammdösig den Schildern folgen. So einen üblen Radweg habe ich noch selten befahren. Mein armes Fahrrad! Schlimmer als grobes Kopfsteinpflaster, das nur zum Teil mit Sand bedeckt ist, geht nicht.
Und phasenweise Extremmatsch,
Was auf dem Bild nicht gut zu sehen ist, die Ränder sind ziemlich steil, man kann sie eigentlich kaum fahren ohne abzurutschen, und dann wird es übel.
So ziehen sich die letzten 15 km enorm dahin. Schwarze Wolken schieben sich ins Bild. Wind kommt auf? Ob ich trocken bis Melnik komme? Melnik liegt hoch über der Elbe. Der Weg hoch ist extrem steil. Ich bin noch keine 5 Min in meinem Hotel, da fängt es an zu regnen. Wasn Glück. Der heutige Stadtrundgang fällt entsprechend kurz aus. Aber das berühmte Beinhaus in St.Peter und Paul, will ich schon noch sehen. Die Knochen von ca 15.000 Toten sind unter der Kirche kunstvoll aufgeschichtet. Viele Soldaten aus dem 30jährigen Krieg darunter. Fotografieren ist verboten. Kann ich nachvollziehen. Hat ja eh etwas von Gruselkabinett,
Peter und Paul steht markant über der Elbe. Aus der Ferne sehr beeindruckend. Aus der nähe ein ziemlicher Stilmischmasch. Romanische Basilika gotisch überbaut mit barockem Zwiebelturm - europäische Stilgeschichte in 50 einfachen Häppchen.
Vom Kirchplatz hat man den perfekten Blick auf den Zusammenfluss von Elbe und Moldau.
Bei dem Regen macht Sightseeing keinen Spaß. Also zurück ins Hotel. - Und Blog schreiben.
Heute war ein seehr durchwachsener Tag!
Inzwischen habe ich lecker Rinderbäckchen gegessen. Und es hat den Anschein, als würde das Wetter Morgen wieder etwas besser werden.
Inzwischen habe ich lecker Rinderbäckchen gegessen. Und es hat den Anschein, als würde das Wetter Morgen wieder etwas besser werden.











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