Montag, 15. August 2016

35.Tag: Von Dresden nach Riesa

Karte bis Riesa

Dresden. Ein kühler Morgen. Ehe ich mich auf den Weg nach Riesa mache, suche ich erst eine Post, um den letzten Packen Karten nach Engen zu schicken. 
Am Hotel kann ich heute beobachten, wie "man" heutezutage radelt. Ein Sprinter für 4-5 Leute. Die E-Bikes stehen bereit.Das Gepäck wird in den Bus geladen. 
 Dresden ist Startpunkt für die Reise nach Prag. In den Sprinter kommt das Gepäck. Der Kleinbus fährt mit. Das E-Bike wird erklärt. "Bikeline" wird mitgeliefert. Würde mich interessieren, was ein solches Komplettpaket kostet.
Nachdem mein Gepäck wieder etwas leichter ist, geht es los.



Tschüss, August, du goldener Reiter, mit deinem "Lustlager" hast du sogar dein großes Vorbild den 14. Ludwig übertroffen.

Vorbei an der schönsten "Moschee" Deutschlands. Finden das die Montagsschreihälse eigentlich in Ordnung, dass dieses wunderschöne Bauwerk zu einem Wahrzeichen Dresdens geworden ist?
Na ja eine Moschee war es ja nie, sondern eine Tabakfabrik, die 1906 gebaut wurde- die u.a. auch die "Salem" hergestellt haben, die es während meiner Schulzeit einzeln am Bahnhof von Geislingen zu kaufen gab, was praktisch war, denn so konnte man nie mit einer Schachtel Zigaretten in der Tasche erwischt werden.
Aber vielleicht ist eine Moschee, die der spätere Schwager von Hitler gebaut hat, auch eine  akzeptable Moschee, eine "deutsche" Moschee ebend - da knirscht es doch im Gebälk! 

Ich beschließe, das linke Ufer zu nehmen und merke zu spät, dass Radebeul auf dem rechten Ufer liegt. 
Also nichts mit Karl May, schade eigentlich, würde zu den "Spinnern",  die ich auf dieser Reise schon getroffen  habe, passen. Gerade lese ich, dass meine Entscheidung doch in Ordnung war. Die "Villa Bärenfett" ist montags geschlossen. 

Die linke Elbeseite ist insgesamt kürzer und angenehmer zu fahren. Und bietet auch einiges an Kuriosem. Zum Beispiel


War mir bislang nicht bekannt, dass es öffentliche Slipanlagen gibt, bzw. was sind Slipanlagen überhaupt? Oder hat sich da ein Rechtschreibfehler eingeschlichen?
Und eine Windmühle im Wald ist auch eigen, oder?


Doch die Mühle ist älter als der Wald, - alles andere wäre absurd, oder? Sie ist das erste Highlight des Meißener Mühlenweges, von dem noch zu berichen sein wird.

Im Nu, bin ich in Meißen. Schöne Altstadt. 



Schöner Marktplatz. Rappelvoll mit Radlern. Vermutlich ist das ein angenehmes Tagesziel von Dresden aus.
Der ganze Ort ist auf Tourismus eingestellt. Jedes zweite Geschäft bietet Elbewein an, - ich bleibe liebe beim "Gafe". Ist bestimmt leckerer.


Die Weinberge sehen ganz nett aus.

Meißen ist natürlich "Meißener"- aber vermutlich  da ist montags auch dicht. Und überhaupt, Porzellan gehört jetzt nicht zu meinen 25. wichtigsten Interessengebieten.

Also weiter, Richtung Riesa. 


Schloss Neuhirschstein liegt malerisch an der Elbe. Erste Burgversionen gehen auf das 12.Jahrhundert zurück. Mehr konnte ich nicht herausfinden.

Gleich hinter der Burg laufe ich in eine Falle. Wer hätte gedacht, dass unsere Freunde sich auch als "Wegelagerer" betätigen. Machen einen auf "Sozialrebellen" - Fäustchen hoch, und so. Aber mal ehrlich Freunde, muss das sein?


Kurz vor Riesa, ein Schild am Straßenrand. Ich liebe pädagogisch wertvolle Hinweise, vor allem wenn sie ins "Nichts" weisen. Zu sehen gab es überhaupt nichts mehr. Aber ich fahre ja auf dem "Mühlenweg" (siehe oben)
 "Hier" hatte über 200 Jahre eine Flussmühle gelegen. Die "Quietzschmühle"  ist mehrfach abgebrannt, "vermutlich, weil das Laufwerk überhitzte" (steht auf dem Schild!) - Ich frage mich, ob  der "Quietzschmüller" es nicht  mal mit schmieren,  fetten und ölen hätte versuchen sollen!
Riesa selbst gehört auch zum Mühlenweg. Ist ein netter Ort, nicht viel wichtiges Historisches  aber eine lebendige Einkaufsstraße.
Mein Hotel heißt "Mühlenhof", da dachte ich beim Buchen an ein lauschiges Hotel, in einer alten zum Hotel umgebauten Mühle. Wie man sich täuschen kann. Das Hotel Mühlenhof liegt tatsächlich an einer Mühle 


Das ist der Blick aus meinem Fenster. Das ist eine gewaltige Industriemühle. Silos höher wie Kirchtürme! Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft, ist da Mehl in der Luft? Also Mühlenromantik sieht anders aus. Liebe Riesaer, lieber Förderverein des Mühlenweges Meißen-Riesa, da könnt ihr lange Lieder an die Wand pinseln,


 Das ist das Müller-Lied. 
Hier riecht es aber trotzdem sehr unangenehm!


Auszug aus: "Betrachtungen zur  Kulturgeschichte des 20.und 21.Jahrhunderts" - auf der Basis der "Engener Festplatte von Morfrad M%ller-Harter" dem sensationellsten Fund der neueren Archäologie, Insel Chäserrugg, 2849, 12.Auflage, S.424ff.

 "Das Verhältnis von Mensch und Natur im 20. und 21. Jahrhunderts":

Wie in den vorausgegangenen Kapiteln ausgeführt, spielt das Verhältnis der Menschen des 21.Jahrhunderts  zu Natur eine ganz zentrale Rolle. M%ller-Harters Bilddateien geben erste und entscheidende Hinweise, auf eine faszinierende Facette dieser fernen Kultur. Einerseits, darauf hatten wir bereits hingewiesen, hat die menschliche Zivilisation massiv in die natürlichen Kreisläufe eingegriffen. Andererseits war sich der Mensch dieser Epoche durchaus bewusst, dass er Teil dieser Prozesse war. 
Es ist den Forschern den Forschern des Sinai-Instituts, vor allem Mandelstam und Malkovich zu verdanken,  dass wir heute erste Einblicke in eine höchst komplexe Vorstellungswelt besitzen.
Sie unterscheiden 2 Phasen: Die "gestaltend/zerstörende" Phase, in der die Menschen in die Natur eingreifen um ihre technisch/zivilisatorische Kultur zu schaffen. Und die "versöhnend/zurückgebende Phase" in der die "menschlichen Werke" an die Natur zurückgegeben werden.


Anhand von M%ller-Harters Bilddateien weisen Mandelstam/Malkovich schlüssig nach, dass in der 2.Phase - "heilige Bezirke" geschaffen werden, in denen die Menschen sich für die "Zerstörungen", die sie der Natur zugeführt haben, entschuldigen "..und an die Natur zurück geben, was sie sich von der Natur geliehen haben.." (S.24f)



Zwei Aspekte spielen dabei eine ausschlaggebende Rolle. "Die Einzäunung", die den "Heiligen Bezirk" von der Alltagssphäre trennen - und das absolute Tabu "einzugreifen".
Mandelstam/Malkovich halten es für sehr wahrscheinlich, dass sich die Menschen in regelmäßigen Abständen zu feierlichen Akten, um den "Heiligen Bezirk" versammmelten und  in medidativer Versenkung den "Wiedereinverleibungsprozess" verfolgten. 
"Wir gehen davon aus , dass Heilige Männer- und Frauen in diesen Bezirken lebten, um den ´Prozess der Zurücknahme´hautnah mitzuerleben." (Mandelstam et.al., S. 154 ff)



"Wie ein gewaltiges Puzzle fügen sich kleine Teile zu einem faszinierenden Bild einer fernen Epoche, die uns ohne die akribische Arbeit  Morfrad M%ller-Harters für immer verborgen geblieben wäre" (Schmidt, Freudenreich u. Rimpoche "Die Engener Festplatte - der Wendepunkt in der Archäologie der landgebundenen Kulturen, Ladkh 2844, S.12)

1 Kommentar:

  1. Also ich weiß nicht, irgendwie erinnert mich dieser Morfrad an einen den ich mal kannte. War irgendwie beim Radfahren kürzlich und da hab ich auch nicht viel verstanden. Aber ich dachte, das wäre wegen dem Helm auf den Ohren oder wegen dem knatternden Fahrwind. Aber wenn ich das jetzt so lese... also hm?

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