"my maps" hat sich mal wieder geweigert, die Strecke genau so anzuzeigen, wie ich sie gefahren bin,
Sorry, gestern Abend war mir nach feiern zumute und die Gesellschaft von Barbara, Klaus und Stefan war so nett, dass ich mich nicht mehr loseisen konnte, um den Blog zu schreiben.
Gestern Morgen in Bleckede. Ich wache auf schaue aus dem Fenster und sehe - nichts!
Ich drehe mich noch einmal um. Nächster Versuch,
Schon besser. Durch den Nebel kann man schon erahnen, dass es ein schöner Spätsommertag werden wird.
Und der letzte Tag meiner diesjährigen Reise.
Mein Rücken hat mir die Holperstrecken der letzten Tage verziehen; ein letztes Mal genieße ich die morgendliche Kühle. Gänsehaut.
Ich habe vor, heute auf der linken Elbseite zu bleiben, und erst kurz vor Hamburg die Seite zu wechseln.
Die Felder sind abgeerntet hunderte von Gänsen sind bei der "Afterernte". Ich lasse mir Zeit und schaue zu. Da herrscht Ordnung im Verband. Es sind immer Grüppchen 12-15 Tieren. Sie bleiben zusammen. Meint eine "Chefin", ich käme ihnen zu nahe, dann gibt sie das Kommando und ab geht die Post - unter lautem Protestgeschrei.
Andere Gruppen lassen sich von der Hysterie nicht anstecken. Die Chefin sieht meine Anwesenheit wesentlich gelassener. Es gibt ganz offensichtlich nicht nur eine "Akka von Kebnekaise", sondern eine ganze Menge auf diesem Feld.
Kurze Zeit später noch mehr Gänse - noch mehr Geschrei. Haben die es wichtig!
Lauenburg. Hier schließt sich die "Schleife" - fast. Wie gesagt, ich werde nicht über die Brücke fahren, sondern auf der linken Seite bleiben. Ganz links oben, vielleicht der helle Giebel, da war unser erstes Hotel der Reise.
Und diesen Abschnitt unseres 1.Tages sehe ich lieber "aus der Ferne" wieder. Die Fahrt durch das Naturschutzgebiet "Hohes Elbufer" habe ich als "wildromantisch" in Erinnerung. Fahrradtechnisch übersetzt heißt das, "bescheuerte Waldwege" eher für Mountainbiker geeignet.
Langsam kommt ein bisschen Wehmut auf. Die "letzte" Windmühle
Die "letzte Elf-Uhr-Banane" in diesem Jahr.
Ein "letztes Mal" mit der Fähre über die Elbe.
Von Hoopte zum Zollenspieker.
Und jetzt geht es rein nach Hamburg. Das heißt es sind noch 25 km von hier aus.
Beim Rausfahren sind wir hauptsächlich auf kleinen Sträßchen bis zum Zollenspieker gefahren.
Es ist ja meistens so, dass die Strecken, die in die Städte führen, besser ausgeschildert sind, als die "Ausfahrten".
Dieses Mal finde ich eine der schönsten Radstrecken überhaupt. "Der Grüne Tunnel" in die Stadt.
Ich bin so begeistert, dass ich glatt vergesse Fotos zu machen.
Zuerst durch das Naturschutzgebiet Kirchenwerde Wiesen, das größte Naturschutzgebiet innerhalb der Stadt Hamburg.
An einem heißen Tag die ideale Radstrecke über 15 km immer unter einem grünen Dach im Schatten. Ab und an Ausblicke in die Feuchtwiesen.
Das einzig bedauerliche war, dass ich auf diesem Weg nicht an Friederikes erstem Badeplatz in der "Doven" Elbe vorbeigekommen bin.
Bei der Schleuse Tatenberg komme ich dann an die Dove Elbe und von da an fahre ich genau so, wie uns das Klaus beim Rausfahren gezeigt hat. Super. Am Hauptbahnhof zögere ich kurz. War das der kleine Weg neben den Gleisen, über den wir gefahren sind? Doch nach hundert Metern - super! Genau auf die Brücke zwischen Binnenalster und Aussenalster zu.
Und genau - der Bahnhof Dammtor. Da ist Klaus abgebogen und an der Unimensa vorbei - kein Problem, - das schöne Viertel um das Abaton Kino. Ich bin richtig.
Grindelhof - Grindelallee. Sicherheitshalber fahre ich runter bis zu U-Bahnstation Hohe-Luft-Brücke.
Jetzt kann nichs mehr schief gehen. Am Fußballplatz von SC Victoria vorbei. Dann der schöne Wasserturm, jetzt muss ich bald links abbiegen!!
Geschafft! Die Reise ist zuende.
Nach 43 Tagen auf dem Rad stehen 2518 gefahrene Kilometer auf dem Tacho.
Das ist ziemlich die gleiche Strecke wie bei meiner ersten Reise nach Denia!
Ein gutes Gefühl.
Das muss gefeiert werden. Klaus hat den Kühlschrank mit edlen Craftbieren gefüllt.
Ihr seid einfach die tollsten Gastgeber! Danke, Barbara, danke Klaus!
In der Küche hängt meine Fahrkarte nach Engen.
Doch den Donnerstag werde ich hier auf dem tollen Balkon verbringen. Mein Fahrrad hat mir erklärt, dass heute heute einen Ruhetag braucht!
Nach über 10.000 km ist mein Sattel wirklich hinüber. Und eine neue Radlerhose muss auch sein.
Denn - nach der Reise ist vor der Reise!! (Si dios quiere)
Ostsee - oder Oder - oder Neisse - oder Elbe?
Barbara hat gestern gefragt, wo es denn am Schönsten gewesen sei?
Kann ich nicht beantworten.
Für uns war ja Alles neu und spannend.
Natürlich waren die ersten 4 Wochen, mit Friederike zusammen, besonders schön.
Die Ostsee hat schon viel zu bieten. Vor allem wenn der Wind aus der richtigen Richtung kommt, kann man hier toll entlangradeln.
Rügen, die Wälder bis ans Meer, Die windzerzausten Kiefern auf dem Darß, Usedom das war schon großes Kino.
Doch auch die Oderstrecke war spannend. Geschichtsträchtig, aber auch das leckere Essen in Polen (wobei natürlich auch der Fisch an der Ostsee super war)
Dann Tschechien, das spektakuläre Iser- und das Riesengebirge. Die gewaltige "Abfahrt" nach Hradec Králové.
Und dann natürlich die unglaubliche Reise durch die Epochen von Melnik bis Magdeburg...
Alles war spannend - Alles war schön.
6 Wochen unterwegs und nur 2 x musste ich die Regenhose auspacken, mehr Wetterglück kann man nicht haben.
Viele nette Leute haben wir getroffen,
Die Küstenbewohner waren weit weniger wortkarg, als man ihnen nachsagt.
"Die Polen" freundlich und offen.
Was man von den tschechischen Bergbewohnern vielleicht weniger sagen kann. Aber auch hier habe ich freundliche und hilfsbereite Leute getroffen.
Die Überraschung der Reise waren für mich "die Sachsen". Wenn man sich erst einmal an ihre seltsame Sprache gewöhnt hat, waren es richtige "Plaudertaschen".
Einfach so nach dem Weg zu fragen, das ging garnich! Daraus wurde immer eine Viertelstunde Unterhaltung nach dem Woher und Wohin!
Zum Glück habe ich wirklich nur nette Sachsen getroffen.
Die ganzkörpertättowiertekampfhundausführende Sachsenrassisten, waren wohl gerade an der Ostsee um sich den alljährlichen Sonnenbrand abzuholen.
Liebe Sachsen:
"Mit Eich wirde ich jederzeit wieder een Dässchen Gafe schlabbern !!!"
Auch der Anhaltinische Sachse hat mir sehr imponiert - vor allem ob seiner Fähigkeit Betonplatten fugenlos aneinander zu legen!! Die Radwege und ihre Ausschilderung in Sachsen-Anhalt haben ohne Zweifel der ersten Preis der Reise gewonnen.
Dann die Fahrten durch die Wieschen und Wischen in den Elbauen, ebenfalls ganz großes Breitwandkino!
Barbara, es waren die vielen kleinen Mosaiksteine, die diese Reise so erlebnisreich und schön gemacht haben!
Ein ganz dickes Dankeschön gehört meinem treuen Gefährt/Gefährten. Wieder eine Reise ohne Panne! Das ist einfach stark!!
So und jetzt ist Schluss!! Gehabt Euch wohl - und hoffentlich bis in einem Jahr!



































































