Montag, 18. Juli 2016

7. Tag: Von Zingst nach Stralsund

Heute war ein wunderbarer Wolkentag, ein spektakuläre Himmel und zum Glück genügend Wind, dass die ganz schwarzen Wolken nicht über uns hängen bleiben. Viel Rückenwind!
Apropos:
mein Wi-bike Rätsel war wohl doch zu schwer. Nur einer hat's gewagt eine, wirklich fantasievolle Antwort zu erfinden, aber, lieber C. aus H. ein Wiber- Fahrrad, das ist dann ja doch zu simpel.
Ein Wi-bike ist nämlich ein vom Wind angetriebenes (im Gegensatz zum E-bike, elektrisch) Fahrrad. Und eigentlich funktioniert es nur bei Rü-wi, also Rückenwind. Den haben wir sehr oft, da Westwind vorherrscht.
Tröstet euch, nicht mal Manne hat das Rätsel lösen können.

An dieser Stelle mal ein großes Lob an die Reiseleitung! Alles super organisiert, schöne Strecken, nette Hotels und trotzdem sehr flexibel: nach mehrfachen Anfragen durfte ich heute sogar mal eine halbe Stunde länger schlafen.

Wir haben eine sehr schöne Tour gemacht, immer dem Bodden, dem Sund bzw. der Ostsee entlang.




 Einfahrt nach Stralsund:

 Und dann hab ich noch den Turm der Marienkirche bestiegen: 104m und 366 Stufen.
Ob ich morgen noch  Fahrradfahren kann weiß ich wirklich nicht. Manne war schlauer, er ist erst gar nicht mit hoch.

Und jetzt ich:

Kleiner Nachtrag zu gestern: Das Boddenhus, in dem wir übernachtet haben, hat eine bewegte Geschichte. Besonders gefallen hat mir die, von der langjährigen Betreiberin, "Mudder Lenz", die wohl ein witziges Regiment im Boddenhus geführt hat, und von der berichtet wird, dass sie selten ohne ihre schwarze Brasil  im Mund gesehen wurde. Für den Fotografen muss sie wohl mal eine Ausnahme gemacht haben.



Schönes Foto, oder?
Dann war das Boddenhus natürlich "Heim" irgendeines VEBs . In der "Hotelbibliothek" habe ich ein Buch gefunden, das mich sehr beeindruckt hat, d.h. genauer die Widmung darin:



Meine Fresse, geschrieben wie gedruckt, und nicht einmal den Ansatz von Hilfslinien konnte ich entdecken. Ja, "damals" konnten die Lehrerinnen noch "Schönschreiben" ! 

Friederike hat die Fahrt nach Stralsund ja schon beschrieben. Immer wieder haben sich schwarze Wolkentürme über uns zusammengebraut. Aber wir sind trocken geblieben.

Auch Stralsund ist Weltkulturerbe - und auch das völlig zurecht. Für mich immer wieder verblüffend sind die Unterschiede, zur "Gotik", und auch zum Barock, den ich kenne. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Vor allem in den Altären und den Skulpturen zeigen sie für mich eine ganz eigene "volkstümlichere" Bildersprache und Gestaltung. 
Das berühmte Rigafahrer Gestühl hat etwas sehr "expressionistisches" Grobes - was mir sehr gefällt, was ich aber aber eher mit Romanischen Kirchen in Verbindung bringe. Ungewöhnlich auch, dass in einer Kirche ganz profane Motive und Themen zur Darstellung kommen. Dar werden  Russen mit wilden Bärten dargestellt, wie sie Holzfällen, Handel treiben, jagen, Eichhörnchen jagen durch die Bäume..
Die Gilde der Russlandhändler muss ganz schön selbstbewusst gewesen sein, dass sie einfach "schnitzen ließ", was sie wirklich gemacht haben, und nicht, Bilder von   Schutzpatronen und Heiligen in Auftrag gegeben hat.


Das Rigafahrergestühl ist kaum noch zu fotografieren, weil es hinter dickem Glas geschützt ist.

Aber auch die barocken Ausschmückungen, die später dazu kamen sind von einer erfrischenden Naivität.

Besonders gefallen haben mir die adipösen Puten mit leichten Drogenproblemen:



In allen Kirchen in Stralsund konnte man solche kleinen Preziosen finden. Ach ja, zum Beispiel diese:



Solche Kombinationen von Bild und plastischem Kopf im Säulenkapitell habe ich noch nie gesehen. Witzig. Aber ganz besonders hat mir diese Säule gefallen:




Frei nach Otto könnte man formulieren. "Wie das Schwert des Mannes ....." 

Noch genug mit "Mannes kurioser Kulturgeschichte".

Insgesamt hat uns Stralsund richtig gut gefallen. Ein toller Marktplatz. Das Ozeanum  ist - als Gebäude - sehr beeindruckend, haben wir aber nicht geschafft.

Und Morgen geht es  rüber nach Rügen, über die Brücke:



Zum guten Schluss:

Lieber Klaus, zwar hast du nicht alle Nummernschilder rausgekriegt. Aber 4 von 5 war immer noch besser als alle anderen.
Zum Troste, schicke ich dir heute, ein schönes Bild vom Heimatort aller Klause dieser Welt:



Und auch das knifflige Rätsel, "welchen Fisch habe ich da gegessen?", ist gelöst. Richtig, Valentin, das war eine Ostseescholle, fangfrisch vom Tage.
Kein Mensch wird mir glauben, dass ich mich seit Tagen hauptsächlich von Fisch ernähre, und das auch noch mit großer Freude. Dorsch, Scholle, Matjes in jeder Variante, Brathering, sauer, Grüner Hering, Heringsbrötchen und...... 

Bis Morgen auf Rügen.



1 Kommentar:

  1. Nun muss ich doch noch einmal etwas zum Wi-Bike schreiben. Das gibt es tatsächlich, nämlich von der Firma Piaggio. Das ist eine neue e-bike Generation. Da kannst du mit dem Smartphone etliches einstellen. Deinen Puls (dann schaltet der Motor zu oder ab), deine Kraft, die du in den Motor investieren willst, damit der beim Fahren die Power speichert usw. Ohne Scheiß! Einfach die App herunterladen. Und dann geht alles per Bluetooth, also wireless, also Wi.

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