Montag, 25. Juli 2016

14.Tag: Usedom-Runde

Karte 15. Usedom Runde


Letzter Tag an der Ostsee, letzter Tag auf Usedom. Morgen lernen wir die Oder kennen.
Ein wunderschöner erholsamer Tag mit einer kleineren Runde über die Insel. Da wir Morgen schon um 9:45 an der Fähre in Kamminke sein müssen, haben wir schon mal ein Stück des Wegs erkundet. Es werden wohl 18 km werden - und zwar Usedom/Ostseetypisch mal rauf mal runter. Aber die Straßen sind ok.
Über Zirchow sind wir Richtung Heringsdorf geradelt. Mal Buchenwälder, mal Eichenwälder, mal Kiefern, es war trotz der Hitze eigentlich meistens erträglich - außer an den Anstiegen.


Und ein Licht!! Tanzende Lichtflecken, überall, und keine Geräusche, außer der eine oder andere Vogel. Das war schon ganz besonders. Und dann dies! Ein See! Ein Traum von einem See! Auch für mich, der passionierte Liebhaber des Ufers und der ausgiebigen Wasserbetrachtung.


Der Wolgastsee ist wirklich unheimlich schön. Friederike wird sicher noch ausdrücklich davon berichten. Ich hatte Kaffee, Schatten, Zeitung und jede Menge Unterhaltung:

Mal war Friederike da!


Mal wieder nicht!


Und dann machte ich mir größere Gedanken wie wohl der 



Mecklenburgische Wasserschuh aussehen mag. Die Fische, sind ganz schön beeindruckend, oder? Auch für  kanadische Verhältnisse, oder Till? Sind das Hechte?

Dann nach der Idylle pur, der Kaiser-Ostseebäder-Schock. 


Kilometerlange herrliche Strände, aber rappelvoll. Ist ja schließlich Hochsaison. Übrigens die Frage, die mich die letzten Tage sehr intensiv bewegt hat: "Können Menschen mit flächendeckendem Ganzkörpertatooes Sonnenbrand bekommen?" konnte ich dank intensiver empirischer Studien klären.
"Sie können!" Und zwar wie.
Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind die Kaiserbäder. Sehr noble Villen, sehr gediegen, aber auch genügend Unterhaltungsmöglichkeiten. Einschließlich Dauerwerbung auf Riesenbildschirmen. Wer hält das schon aus, den ganzen Tag einfach nur aufs Meer zu starren!!

Eine sehr eindringliche Kindheitserinnerung tauchte heute in Heringsdorf plötzlich wieder auf.
Die Papiertüte in die unsere Postkarten eingepackt wurden hatten dieses Bild:



Die Digedags und das Mosaikheft gibt es immer noch. Als wir 1961 zu Besuch bei meiner Tante im Bad Suderoda waren gab es Mosaik satt. Denn mein Onkel war Friseur - und da musste er natürlich alle wichtigen Presseorgane in seinem Salon auslegen. Ich war nur schwer davon zu überzeugen, dass Spaziergänge im Harz etwas reizvolles sein sollten.


Und jetzt ich:

ach was will man über das Baden groß reden: die einen interessiert es nicht und die anderen verstehen das auch ohne Worte. Vor allem dieses tolle Gefühl in einem See zu baden, einfach losschwimmen, spazierenschwimmen, ganz weit raus, sich dann auf einem Floss zu sonnen  (ähm sofern man auf das Floss raufkommt. Also so richtig elegant hat das nicht geklappt, eher so robbenmäßig auf den Bauch hochziehen und dann mühsam den Rest des Körpers nachziehen.)
Und so sah der Manne aus:


Von der Ostsee habe ich mich natürlich auch gebührend verabschiedet, ein kühles Bad mit kleinem Wellengang und zwar  in Heringsdorf- da wo meine Mutter fast einmal eingeheiratet hätte. Dann wäre ich mit Matjes und Ostseescholle aufgewachsen und würde vielleicht Rieke heißen.

Zum Essen haben wir auch einiges getestet:

Natürlich hauptsächlich Fisch, ganz besonders gut war immer der Matjes!
Hinter Hamburg und bis auf den Darß gab es Kartoffeln als Beilage, und zwar vor allem Kartoffelbrei, gerne kombiniert mit Gurkensalat (süß). Der Darß war die Grenze zu den Bratkartoffeln und Grünzeug war jetzt eher Deko. Wir haben tatsächlich seit zwei Wochen nur Kartoffeln gegessen (meistens mit leckerem Fisch oder wahlweise Fischsülze)). 
Auf der Speisekarte steht dann: wir servieren unsere Gerichte wahlweise mit Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln, Pommes Frites oder Kroketten.
Einzige Ausnahme war das Restaurant Puszta auf Rügen, wo Manne Knöpfle bekommen hat und ich einen nicht süßen Gurkensalat aus einen ganzen langen Gurke (rülps). Unser Versuch beim Italiener in Wismar war nicht besonders lecker, und es gab weder Gurkensalat noch Bratkartoffeln. Die einzige ausländische  Küche, die wir immer mal wieder gesehen haben, war griechisch, aber die haben ja auch gerne Bratkartoffeln. Von einem ehemaligen Chinarestaurant haben  wir nur noch die Dekodrachen im Eingang gesehen, wer nur Reis serviert hat hier keine Überlebenschancen.
Ab morgen wird das alles anders, wir kommen jetzt ins Knödelland.

Tschüß du schöne Ostsee:






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