Heute war ein Sandtag: Sand auf den geteerten Wegen (bevorzugt in Kurven), Sand in der Radlerhose, Sandwege, und noch schlimmer: Wege mit furchtbar spitzen Steinen, über die großzügig Sand geschüttet wurde, sogar Sand in den Schuhen weil man manchmal absteigen musste, um das Rad durch die tiefen Stellen im Sandweg zu schieben.
Aber all die Mühe hat sich gelohnt, denn dann kam der herrlich weiße und feine Sand am Strand im Ostseebad in Baabe.
Und dann wurde aus dem Sand- doch noch ein Badetag!
Sogar der Manne nähert sich vorsichtig dem Wasser, es hat immerhin nur 19 Grad!
Eigentlich hätte ja heute der Tag mit dem Strandkorb sein sollen.
Die Strandkörbe waren ordentlich nummeriert und viele waren nicht belegt. Ich hab eine Familie gefragt, und der Mann erklärte mir wo der Vermieter seinen Stand hat. "Sucht man sich dann hier einen raus?" "Nein, den bekommen Sie zugewiesen", sagte er, "aber da werden sie nichts mehr bekommen".
Da hatte er recht, ich habe keinen mehr zugewiesen bekommen. Schade, denn so hatten wir eben am Strand auch keinen Schatten.
Was mir sehr gut an diesen Stränden hier gefällt ist der unkomplizierte Umgang mit dem Nacktsein: Ganze Familien, auch mit größeren Kinder lagern nackt, andere haben was an, die Leute ziehen sich einfach um, ohne Verrenkungen im Handtuch zu machen, manche Frauen ziehen den Badeanzug aus, wenn sie ins Wasser gehen... jeder wie er mag.
Unsere 600 km Marke haben wir auf einem kleinen Fährboot "gefeiert", der Fährmann hat uns 48 m über einen kleinen See gerudert.
Und jetzt ich:
Seit Tagen versuche ich Friederike, das 3.eherne Radlergesetz zu erklären: "Der Sand ist der natürliche Fein des Radfahrers!- Und zwar nicht nur in der Radlerhose!"
Heute hatten wir wirklich Sand satt.
Aber es war auch so ein seltsamer Freitag! Zum Glück kein 13. aber es gibt Tage, da ist man vom ersten Moment an verpeilt. Zuerst dachte ich, ich hätte die Fähre nach Stettin, für den falschen Tag gebucht, bzw. dass eine Übernachtung auf Usedom fehlte. Ich buche eine weitere Übernachtung.
Da sagt mir booking, "Manfred, du hast zu dem Datum schon ein Hotel gebucht!" Danke booking!!
Dann "verliere" ich beim Umziehen am Strand von Baabe meine Lesebrille - und finde sie später neben dem Fahrrad im Gras. Nach dem Baden gehen wir in ein Strandcafé, ich ziehe mich in der Toilette wieder um, trinke meinen Kaffee. Plötzlich kommen 2 kleine Mädchen und rufen, "Hat jemand seine Geldbörse in der Toilette vergessen?" Wow, mehr Glück, kann man einem Tag kaum haben. Doch, die Sonnenbrille hätte ich beinahe auch noch liegen lassen!
Freitag , der 22. muss ein Glückstag sein.
Jetzt reicht es mit Verpeiltheit!
Aber abgesehen davon, war es ein wunderschöner Badetag - "Ruhetag" wäre zu viel gesagt, das Friederike ja schon beschrieben, dafür waren die Wege teilweise ganz schön abenteuerlich und anstrengend, aber dafür sind wir an sehr schönen Ecken Rügens vorbei gekommen.
Zum Beispiel durch Groß Stresow. Ein kleines Nest, in dem große Geschichte geschrieben wurde. Hier sind preußisch-dänische Truppe 1715 unter Führung von Friedrich Wilhelm I, an Land gegangen und haben die 177 jährige Herrschaft der Schweden auf Rügen beendet. Danach waren dann die Dänen erst einmal für ein paar Jahre am Zuge.
Das ist der große Sieger von Groß Stresow, falls ihr einen Arm vermisst, der liegt hier:
Die Statue ist ziemlich ramponiert, aber nicht, weil der Zahn der Zeit an ihr genagt hätte, sondern weil 1991 - die Statue zu Restaurierungszwecken nach Berlin geschafft werden sollte. Offensichtlich waren richtige Experten zugange.Schon beim Abbauen sind einige Teile abgehauen worden. Auf dem Weg nach Berlin ist die ganze Statue in mehrere Teile zerbrochen. Der ursprüngliche Plan sie zu restaurieren, hat man dann aufgegeben und 2005 wurden die Teile wieder zurück nach Stresow gebracht. Beim Versuch die Statue noch einmal aufzustellen, ist sie dann noch einmal umgefallen und der Zopf und die Nase brachen ab. Dann hat man den alten Friedrich Wilhelm halt so aufgestellt und die Teile daneben. Hat auch was.
In dieser Ecke Rügens scheinen sich Pleiten, Pech und Pannen zu klumpen.
Besser nichts wie weg. Morgen werden wir die wunderschöne Insel wieder verlassen. Und wenn wir dann auf der Fähre nach Stahlbrode sein werden, dann sind wir sicher zwischen 200 und 250 km auf der Insel rumgeradelt.





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