Karte: Die Reise bis jetzt
Heute war Rekuperation angesagt. Leichtes Ausradeln vor der nächsten Bergetappe (nein, Scherz, es gibt doch überhaupt keine Berge in Norddeutschland). Von Wismar nach Rerik sind es knapp 40 km, Da war gut Zeit vorher noch ein wenig Sightseeing in Wismar zu machen. Obwohl Wismar eine Unistadt ist, so richtig brummen tut der Bär hier nicht. Aber unten im Hafen und um die Nicolaikirche da ist es ein bisschen weniger puppenstubenschön. Was mir Wismar auf Anhieb sympathisch gemacht hat, ist die Tatsache, dass die Hansestadt durch den Bier- und Heringshandel reich geworden ist. 180 Brauereien hat es anscheinend in der Blütezeit gegeben. Ja, mit Bier konnte man schon immer reich werden.
Die Nicolaikirche hat sich wirklich gelohnt.
Fast 40 m ist dieses Schiff hoch. Das ist schon gewaltig. Spätgotische Figuren, Chorgestühl, Kruzifixe, das ist schon beeindruckend.
Eines habe ich noch nie gesehen. Neben einem riesigen Kruzifix stehen zwei "Wendeheilige", also einmal natürlich Johannes und Maria, aber dahinter sind noch einmal zwei Figuren, die sich den Heiligenschein teilen.
Der Trend geht zum "Heiligenschein-Sharing". Vielleicht kann man es auf dem Bild ein wenig erkennen.
An Backsteingotik wird es in den nächsten Taugen nicht mangeln, Die Karte zeigt, das wir uns noch auf viele Highlights freuen können.
Dann ging es raus aus der Stadt, erst einmal Hafenstadt angemessen durch öde Industriezonen.
Die Berge hielten sich heute tatsächlich zurück:
ABER Der Wind !!!
Das war die Härte. Mal von Hinten - super!
Aber leider nur sporadisch.
Mal von der Seite - das war gefährlich. Nebeneinander Fahren ging gar nicht. Wer links fuhr wurde immer wieder aus der Bahn geworfen- bzw ins andere Fahrrad geweht.
Mal von Vorne, dann begann das Zeitlupefahren.
Aber wir hatten Zeit und einiges anzuschauen..
Die Windmühle ist noch voll funktionsfähig - und donnerstags wird gemahlen - "wenn Korn da ist".
Um kurz nach 13:00 waren wir schon im Ostseebadeort Rerik. Und das Hotel Haffidylle hatte die Zimmer schon fertig, wir konnten rein, die Radlerklamotten loswerden und ans Meer.
Überhaupt sind wir wirklich überrascht, wie freundlich und zuvorkommend die Leute sind, im Hotelbereich, aber auch sonst. Jeder hilft gern weiter, man kommt leicht ins Gespräch - wirklich locker!!
Der Ostseebadeort Rerik gehört nicht zu den mondänen. Aber die unaufgeregte Lässigkeit macht ihn sehr sympathisch. Das Meer war heute spektakulär.
Was Friederike jedoch nicht abgehalten hat reinzuspringen
Auch wenn man sie kaum erkennen kann - sie ist wirklich im Meer.
Eine winzig kleines Problem, das Radfahren mit sich bringt ist, das man nichts mit nehmen kann, oder anders ausgedrückt -
ALLES liegen lassen muss. Ein Alptraum für Sammler.
Vielleicht auch eine Art Therapie, wer weiß.
EIN GANZER STRAND VOLL WUNDERBARER STEINE- UND ICH MUSS ALLES LIEGEN LASSEN:
Das ist wie eine Veranstaltung der AA in einer Genever Bar abzuhalten.
Gleich ist Friederike dran, aber etwas muss ich doch noch loswerden.
Valentin, die Tasche, die du Friederike zum Geburtstag geschenkt hast ist absolut genial! Das erleichtert Vieles. Die Karten, die Kamera und das "Veschper" sind ideal verstaut und sofort griffbereit.
Und jetzt ich:
also das Wasser hatte 17 Grad und draußen waren es 18°, richtig schwimmen ging nicht, denn da waren die Wellen zu hoch, aber so ein bisschen hüpfen. Und es war herrlich! Und danach ins schöne Tuch einwickeln, danke Kirsten dein Tuch durfte mit auf die Reise als einer meiner drei Luxusartikel. Nein, die anderen beiden verrat' ich nicht.
Heute war ein Windtag, das hat Manne schon erzählt und es war kein Sonnentag.
Manne" Schau mal die Sonne" Ich: "Wo?" "Ach schon wieder weg"
Diesen Dialog haben wir auch mit "blauem Himmel" geführt.
Aber egal, die Strecke war wunderschön:
Und es war auch gut, mal ein bisschen weniger zu fahren, spazieren zu gehen, bei Kaffee und Kuchen zu sitzen und den Möwen zuzuschauen.
Das Essen heute Abend: Gebratenen Dorsch in einem kleinen Imbiss, aber alles frisch zubereitet , superlecker und danach ein Malteser...brrr... da sehne ich mich doch nach einem richtigen Wodka.
Und jetzt genießen wir unser schönes sauberes Hotelzimmer, die letzte Nacht haben wir nämlich in einem Bett geschlafen, wo vor uns ein Kerl mit schwarzen Haaren genächtigt haben muss.
Draußen tobt der Wind und irgendein Fest von dem wir immer wieder Musikfetzen hören, "Allein in Amsterdam" ist grad dran. Und im geöffneten Fenster hängen unsere frisch gewaschenen Radlersachen, welch eine Idylle. Gute Nacht.










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