Dienstag, 12. Juli 2016

1.Tag: Von Hamburg nach Lauenburg

Danke liebe Sabine, dein Tipp hat mich beruhigt: Sabine trainiert nämlich während der Radtour (nicht vorher) und kommt auch überall hin. Und das habe ich heute auch gemacht und wir sind in Lauenburg angekommen.

Ein herrlicher Radtag, Wetter durchwachsen, mal Sonne, mal ein paar harmlose Regenspritzer, kurze Hosen, Jacke an und aus, ziemlich böiger Wind von allen Seiten. Nix mit belgischem Kreisel.
Die ersten 12 km hat uns Klaus begleitet und auf gemütlichen Wegen durch den Großstadtverkehr geführt. Danke lieber Klaus, das war echt schön!



Dann ging's an vielen verschiedenen Elben entlang und an der Dove Elbe war eine sehr nette Badestelle: Wasser war klar, ein bisschen bräunlich, bestimmt 20-21 Grad, Juhu! das geht doch gut los.


In den Außenbezirken Klinker und Reetdächer, viele Gärtnereien mit Feldern von Zucchini, Sonnenblumen und Dahlien, die beide noch nicht blühen, und Gewächshäusern. Und die langweiligsten (Vor-)Gärten die ich je gesehen habe: Tagetes und Begonien in Reih und Glied oder in Herzform angepflanzt. Hey ihr Hamburger jetzt sollten überall Rosen und  Hortensien in allen Rottönen blühen!

Dann eine lange Stecke auf'm Deich, gab's da Rückenwind? Auf jeden Fall ist das Rad wie von alleine gefahren.

Und plötzlich kam ein Berg, jawoll ein bewaldeter Berg und unser Radweg führte da rein, super steil, wir mussten schieben. Wie war das noch mit dem flachen Land? Von wegen! Das waren etwa 10 km Waldweg rauf und runter, manchmal kam man kurz aus dem Wald raus, an Häusern vorbei, da gab's Kopfsteinpflaster und dann wieder Waldweg mit Wurzeln und Steinen und rauf und runter. Die nennen hier sowas nicht Berg- oder Hügel, sondern Hohes Ufer.
Und ehrlich gesagt war es wunderschön.



Kiefern und Eichen, Farne und Buchen, Spechte, Elstern und immer wieder Ausblicke auf die Elbe. Und kein Mensch unterwegs.
War ein guter Start heute und jetzt gibt's gleich Matjes und ein kühles Bier/ Weißwein.


Und jetzt ich:

Das war wirklich ein ausnehmender schöner Radtourtag! Und richtig nass geworden sind wir eigentlich nicht. Obwohl es 3x leicht geregnet hat. Einmal hat es uns erwischt. Dann saßen wir gemütlich im Fährencafe Zollenspicker und das dritte Mal waren wir im Wald. Und zwischen durch kam immer wieder die Sonne durch.
Bevor ich es vergesse! Wahrscheinlich haben einige von Euch gedacht, ich hätte gestern ein bis zwei Bierchen zuviel von Klausens Crafbeercollection getrunken, als ich von dem deutschen Zusatzstoff- Museum erzählt habe. 
Heute sind wir daran vorbei gekommen. Leider war es noch nicht geöffnet. Also muss ich extra noch einmal nach Hamburg kommen.

Durch die Hinterhöfe, Hafenanlagen und Marktareale einer Großstadt zu fahren, ist mindestens genauso interessant wie durch den Naturpark Hohes Ufer. 
Was ich allerdings noch nie gesehen habe, - ein "Kläranlagenmuseum" - die Hamburger Wasserkunst. Nach der letzten Choleraepedemie 1892 in Hamburg, wurde diese Klärbecken, Rieselfelder und Pumpen gebaut und heute ist es ein wirklich interessantes Kulturdenkmal.

Hat mir sehr gefallen

 Auf den kleinen Sträßchen durch die Gärtnereien Hamburgs und die Reethäuser mit den großen Audis im Carport war schön radeln, - wenn auch etwas seltsam, - alles sehr schön, alles sehr putzig.
Und wir haben sogar eine Stunde Anschauungsunterricht in Reetdachdecken bekommen. Das war interessant.


Unten an der Elbe geht die Fähre rüber nach Winsen an der Luhe. Bei lecker Cafe und Kuchen, unterm Dach vom Regen geschützt, viel mir auf, dass es immer wieder Namen gegeben hat, die so etwas wie der Inbegriff von Spießigkeit waren:

Bei Tucholsky war es in den 20er Jahren  - Königswusterhausen,
in den 70ern war es    -  Clausthal Zellerfeld
und bei Hans Dieter Hüsch war es eben Winsen an der Luhe.

Schöne Namen allesamt - und völlig zu Unrecht in Verruf geraten! Oder?
Aber hat man erstmal sein Fett weg, dann hängt einem der Ruf Jahrhunderte an der Backe, Seldwyla, Schilda, Laleburg!!
Wir sollten uns mehr für fälschlich in Verruf geratene Städte einsetzen!!!

Auf der Terrasse über der Elbe von unserem Hotel Belvedere haben wir lecker frische Matjes gegessen und uns gesonnt. Schöner konnte der erste Tag nicht zu Ende gehen.





                                                                                                          

1 Kommentar:

  1. OH Mann, besonders das letzute Foto ist so schön, so Abendlichtig und sonnig, während draußen bei uns der Regen prasselt und im Radio vor Starkregen gewarnt wird. Habt eine schöne Reise.

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