Ein trockener Tag, kein einziger Spritzer Wasser, weder von oben- und das war natürlich super- noch um mich herum, also kein Badetag. Zuerst ging's ganz schön weiter den See entlang- da hätte ich reinspringen können, aber irgendwie ist es beim Losfahren zu früh.
Und versprochen war ja die Ostsee für heute Abend. Jetzt sind wir zwar in der Hansestadt Wismar angekommen,-sehr schön!- wir sind in der Altstadt und das Meer sehe ich heute nicht mehr. Von weitem sieht man die Kräne des Hafens.
Der Tag hatte aber andere Überraschungen:
Habt Ihr schon mal vom nordwestmecklenburgischen Hügelland gehört?
Ich auch nicht, ich hatte mir hier oben plattes Land vorgestellt. Und nicht mal Manne, der alte Kartenfuchs und Höhenlinienerkenner war darauf vorbereitet.
Also es ging hügelauf und hügelab, an Weizenfeldern vorbei und durch kleine Backsteindörfchen, auf guten Radwegen oder auf kleinen Landstrassen mit wenig Verkehr. Und sehr rücksichtsvollen Autofahrern: danke ihr Nordwestmecklenburger!
Eine zweite Überraschung war unsere erste Begegnung mit der "ostdeutschen Jugend".
In Rhena beim Vespern kamen uns drei entgegen: zwei Schüler und einer mit Kampfhund und schwarzem old school T-Shirt, der heute sicher nicht in der Schule war.
Und sie haben uns angelächelt und freundlich gegrüßt!
Wir haben sie später nochmal getroffen und nach dem Radweg nach Grevesmühlen gefragt, überaus freundlich waren sie.
Ein weiterer Vertreter dieser Jugend hat uns im Kloster Rhena eine sehr nette kulturgeschichtliche Führung gegeben, mit pikanten Details über die Hexenverbrennung und Mariäs unbefleckte Empfängnis.
Wär mal was für den Betriebsausflug von der profa, liebe KollegInnen.
Kunst gab es heute auch: eine Papierkunst-Ausstellung im Kloster in Rhena, und im Kapitelsaal- heutiges Standesamt- die törichten Jungfrauen. die (so unser junger Guide), ihre Hochzeit verschlafen haben und dann mit schiefer Krone zu spät kamen,
Und bei Km 200 . juhu- wir sind so schnell, !!!!!
waren wir leider auf einer fiesen Bundesstraße ohne Radweg:
und jetzt ausruhen, essen, und einen leckeren Wein trinken!
Und jetzt ich:
Nur zur Information. So sieht ein durchschnittlicher Ort aus, an dem wir unseren Blog schreiben:
Doch nun zum heutigen Tag:
Liebe Friederike, Höhenlinien auf Karten werden häufig überschätzt. Sie sind letztendlich nur eine Frage des Standortes. Wenn man oben ist, dann sind es Tiefenlinien, - und gib es zu - wir haben uns heute ein gut Dutzend Mal verwegen in die Tiefe gestürzt, und das hat Spaß gemacht.
Aber ich muss dir auch recht geben. Der Norddeutsche hat uns Südländern über Jahrhunderte hinweg den wahren Charakter seiner Landschaft aufs Übelste vorenthalten. Immer hat er nur vom Deich geredet, der Deich und der Kirchturm seien die höchsten Erhebungen im Land. Und wir Süddösbaddel haben es immer geglaubt. Bis heute!
Nordwestmecklenburg nenne ich ab jetzt die Bretagne des Ostens. Denn heute haben wir bestimmt genau so viele Höhenmeter gemacht, wie ich letztes Jahr in der Bretagne fahren durfte.
Rehna war wirklich interessant. Ich glaube ich habe noch nie so viel Blödsinn von einem Reiseführer(lehrling!) gehört wie heute. Aber er war wirklich sehr sympathisch und hat für seinen engagierten Ersteinsatz zur Förderung des Tourismus in Nordwestmecklenburg, ein großzügiges Trinkgeld redlich verdient.
Wismar ist fantastisch. Aber auch ein bisschen seltsam. Darauf komme ich später noch.
Unsere Pension "Apostel" ist "einzigartig" - so etwas habe ich noch nicht gehabt. Die Lage perfekt. Direkt neben der wunderschönen HL.Geist Kirche.
Das ist der Blick von unserem Fenster aus.
Als wir ankamen, war die Pension Apostel geschlossen. Erste Tür zu, 2.Tür zu. Doch großer Zettel mit Telefonnummern. Wir rufen an. Erste Nummer nix, 2.Nummer nix... doch dann kommt der Rückruf. Ja sicher, sind wir hier richtig. Der Name? Ja, klar! gehen Sie zwei Schritte nach links, Sehen Sie die Briefkästen,- ok. In Briefkasten Nr. 3 ist der Schlüssel für das Appartement Nr. 3.
Frühstück gibt es ab 8:00 in Hausnummer 4.
Oben im Appartement ein Zettel. Sollten Sie früher als 8:00 Uhr abreisen, legen Sie bitte das Geld auf den Tisch im Zimmer.
Keine Sorge, liebe Apostel, vor 8:00 Uhr hauen wir bestimmt nicht ab.
Unser Stadtrundgang war ein wenig ein Hindernislauf. Auf einmal fängt es heftig an zu regnen. Was den großen Vorteil hatte, dass wir wunderbare historische Kneipen in Wismar kennen gelernt haben.
Aber die Altstadt ist wirklich der Hammer. Ich muss zugeben, dass ich mich so richtig noch nie mit der Norddeutscher Backsteingotik beschäftigt habe. Was ich in den letzten Tagen gesehen habe, war ein "eye-opener". Hier gibt es für mich noch viel zu entdecken. Kann ich gut nachvollziehen, dass die Wismarer Altstadt - die ich ja bisher nur aus dem alten Nosferatufilm von Murnau kenne
der hier gedreht worden ist - Weltkulturerbe wurde.
Motive ohne Ende. Ich kann auch gar nicht sagen, welche Kirche, oder welches Gebäude mich am meisten beeindruckt hat, unsere Nachbarin die Hl.Geist Kirche, oder die Marienkirche, von der nur noch der Kirchturm steht und dessen Schiff - wie eine Tafel erklärt - "aus politischen Gründen in den 1960iger Jahren gesprengt" worden ist, oder der Marktplatz. Wenn ich es recht überlege, hat mich bisher St.Georgen am meisten umgehauen, weil er einfach mit nichts vergleichbar ist, was ich bisher gesehen habe. Aber es steht ja St. Nicolai noch aus. Die "machen wir Morgen" bei der Rausfahrt.
So und jetzt zu der allseits beliebten Rubrik:
Das Rätsel des Tages:
Und das heute gleich in doppelter Ausfertigung.
Nr. 1: Das ist ein Rätsel für Spezialisten. Eigentlich genau genommen für 2, für Till und Valentin, von daher, dachte ich muss ich allen anderen auch noch eine Chance geben.
(Dies auch eine kleine Hommage an alle meine lieben Freunde, die mir schon einmal ein Foto von ihrem Essen geschickt haben)
Die Frage lautet: Welchen Fisch habe ich heute zu Abend gegessen:
Wer es errät gewinnt eine Einladung zum Matjesessen nach "Müller-Harter-Art"
Und nun zum 2. Rätsel:
Es besteht aus zwei Teilen:
In der Süddeutschen kommen in der Samstagsausgabe immer Bilderrätsel, bei denen man raten muss, was die 4 Bilder verbindet. Hier also das Rätsel zum nächsten Wochenende:
Na, Alles klar?
Für Spezialisten, Teil 2 der Frage: "Welchen Hau haben die Bewohner einer kleinen Nordwestmecklenburgischen Hansestadt"
(für die richtige Beantwortung dieser Frage gibt es keinen Preis- aber meine volle Anerkennung)
Bis Morgen














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