Der Blick aus dem Fenster, hinter dem Hopfenmarkt. Rostock im Morgensonnenlicht!! Dann aber zügig aufs Rad, denn die heutige Etappe wird die bisher längst, knapp 80 km sind schon drin. Das Frühstück luxusmäßig mit Pfannkuchen, Würstchen, Crepes..... Doch hilft alles nichts. Aufs Rad, Aufs Rad!!
Vor dem Hotel treffen wir auf ein anderes Paar beim Radbepacken, das auch Richtung Darß will. In der nächsten Stunde werden wir uns noch einige Male treffen. Die Beschilderung aus Rostock hinaus lässt etwas zu wünschen übrig. Und auch die "einheimische Bevölkerung" ist nicht wirklich hilfreich.
Alle sagen immer das gleiche: "Erstmal gerade aus, dann rechts in den Wald und dann immer gerade aus. Einen Wald sehen wir die ersten anderthalb Stunden nicht. Dafür bleibt uns die B 105, die wir im Grunde schon seit Lauenburg kennen, wieder mal erhalten. Super Radweg, kräftig Rückenwind, wir kommen zügig voran.
Aber hinter Mönchshagen finden wir eine geniale Abkürzung und dann geht es tatsächlich in den Wald und auf kleinen Wegen nach Graal-Müritz, wo wir wieder auf den Ostsee Radweg stoßen.
- und natürlich aufs Meer
Jetzt war Friederike nicht mehr zu halten. All meine Bedenken: "Wie wirst du das Salz und vor allem den Sand wieder los!", stießen auf taube Ohren.
Friederike wollte eine der wichtigsten Radlerregeln einfach nicht akzeptieren:
1."Der Sand ist der natürliche Feind des Radfahrers."
2. "Der Sand kommt überall rein."
3. "Schon ein Sandkorn kann aufreibende Wirkung haben"
Wie ihr seht. Friederike ist im Meer! Sandfrei wieder aufs Fahrrad zu kommen hat grob geschätzt, dreimal so lange gedauert, wie ihr Aufenthalt im Meer.
Aber mir wurde ein höchst unterhaltsames Rahmenprogramm geboten. Ein Berliner Papa, war nicht wirklich zufrieden mit der Größe des Loches, das die lieben Kleinen, mit Hilfe kleiner Schaufeln gegraben hatten. Bekanntlich ist bei den Berlinern alles Größer als anderswo. Auch Löcher und Burgen.
Aber der Berliner Papa hatte vorgesorgt. Mal kurz ans Auto, - und eine richtige Schaufel geholt.
Geht doch:
Im Nu hat der Berliner Papa, ein für Berliner angemessenes Loch gegraben, und die Burg wird auch berlinermäßig groß. Ihr sollt die große Schaufel im Hintergrund anschauen. Der gewaltige Hintern im Mittelgrund ist nur "Beifang", konzentriert Euch auf das Wesentliche.
Von Graal-Müritz weiter mit Hilfe eines steten und kräftigen Rückenwindes jagten wir auf den Darß zu. Nach der Kaffeepause in Wustrow wurde der Himmel auf einmal sehr dunkel. Aber vor uns war noch blau. Also los.
Der Darß auf der Boddenseite (da staunt ihr, wir lernen hier jeden Tag neue Fremdwörter, Wir wissen jetzt sogar was Buhnen sind) ist wirklich toll. Die kleinen Wege durchs Schilf und durch kleine Orte auch:
Dass es inzwischen ganz leicht nieselt, stört nicht groß. Lohnt nicht die Regenjacke rauszuholen.
Erst als wir in Zingst ankommen, fängt es richtig an zu regnen. Das Hotel zu finden war nicht leicht, Die "Hafenstraße" zigzackt durch den ganzen Ort und heißt, dann zwischendurch auch noch anders.
Dafür habe ich aufs schönste erfahren dürfen, dass wir jetzt in Vorpommern sind, dass hier preußische Tugenden herrrschen, und dass man hier nicht dumm rumschnackt. Ich frage in einem Geschäft nach, wie es zum Buddenhus wohl weiter geht. Die Dame ist auch sehr hilfsbereit, kommt zur Tür und erklärt mir. "Also, sie fahren da runter,..", "das ist aber die Ernst Reuter Straße und nicht mehr die Hafenstraße.." wage ich einzuwerfen. "NUN HÖREN SIE MIR EINFACH MAL ZU, JUNGER MANN!" bekomme ich in schneidendem Ton zu hören. Da blieb mir nur noch : "Jawoll, Mong Dschenerall" zu sagen "Mong Dscheri" habe ich mich getraut.
Und jetzt ich:
Also zuerst einmal muss ich eine Korrektur vornehmen:
Unsere geneigte Leserin Frau K., geboren in Rostock, hat uns ausführlich darüber aufgeklärt, wie dieses "Moin" entstanden ist und wo man es den ganzen Tag lang sagen darf (nämlich in Friesland) und wo nicht (überall sonst). Und man outet sich als südländischer Banause, wenn man es den Leuten hier einfach so entgegen ruft. So wie wenn die Norddeutschen an jedes Wort ein -le anhängen, wenn sie bei uns zu Besuch sind. Das mögen wir ja auch nicht.
Danke Frau K.
Als zweites kann ich jetzt endlich, nach sechstägiger Erprobungsphase, die 10 Minuten Fahrradregel, die Valentin aufgestellt hat, bestätigen. Diese besagt: beim Fahrradfahren muss man die ersten 10 Minuten frieren und dann ist man genau richtig angezogen. Das Einhalten dieser Regel erspart lästige Stopps kurz nach dem Losfahren, bei denen man die erste Schicht schon wieder auszieht.
Die Ostsee hat übrigens geschätzt 19 Grad gehabt, draußen war es eindeutig wärmer. Es war herrlich! Leider hab ich gleich beim Reingehen ein paar kleine weiße Quallen gesehen, die habe ich weiträumig umschwommen und gehofft dass sie alleine unterwegs sind.
Es waren heute sehr viele Urlauber und Wochenendausflügler unterwegs, die meisten aus Deutschland, viel sächsisch hat man gehört, und ein paar Holländer. In den Orten Graal-Müritz, Born am Darß und Wiek am Darß ist man kaum durchgekommen: Hüpfburgen, Waffelstände, Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt.
Und auch auf den Radwegen war viel los, allerdings kaum Fernradfahrer, sondern die meisten mit Mietfahrrädern und E-Bikes.
In Born haben wir die kleine aber feine Galerie Born besucht, war ein guter Tipp Barbara! Ist ja ein bisschen komisch wenn man in den Radklamotten so eine Ausstellung besucht, aber... sei's drum.
Eine Sonderausstellung zum 85sten von Strawalde:
Und so sieht der Bodden heute Abend aus:
Heute war übrigens ein Wi-Bike-Tag!
Ist das als Rätsel zu einfach? Was ist ein Wi-Bike...mal sehen wer's rausbekommt.








Moin, Moin. Ich darf das sagen, weil ich ja ein Süddeutscher bin und nicht weiß, wann man das anwenden kann. Ein Wi- Bike ist ein "Weiber" Fahrrad (also von Wieb kommend). Und da heute der Tag des "Tiefeinsteiger" Fahrrades (also Damen -Rad) ist, ist der Wi Bike Tag eben Erklärtes. Also ihr beiden. Schöne Tage, danke für die Reiseberichte und ich freue mich auf den ersten Bericht mit dem besadten Begrüßungsgruß. Carlheinz
AntwortenLöschenOk, alles zurück. Musste googlen, um den WI- Bike Tag herauszufinden.
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