Mittwoch, 13. Juli 2016

2.Tag: Von Lauenburg nach Groß Sarau

Hotel Bellevue, eine Terrasse hoch über der Elbe war ein vielversprechender Auftakt für unsere Reise. Das Frühstücksbüffet auch. Es gab sogar Honig in der Wabe, das heißt ein Teil lief langsam unten in ein Schälchen, aber man konnte auch einen Löffel nehmen und sich ein Stück Wabe mit Honig rausnehmen. Das schmeckte sehr lecker, das Wachs hat man dann irgendwann, wie einen alten Kaugummi entsorgt (natürlich nicht unten an den Stuhl! Was denkt Ihr denn!).
Gestärkt aufs Rad:  

Ein norddeutscher Tag nimmt seinen Lauf. Wie ein norddeutscher Sommer. Durchwachsen und immer mal wieder nass.
Aber wunderschön! In Lauenburg geht der Elbe-Lübeckkanal ab. Kanäle und Flüsse sind, das hat sich inzwischen rumgesprochen meine Freunde.Auf der rechten Kanalseite folgten wir dem Iron-Curtian-Trail (Eurovelo 13, auf dem bin ich schon durch die Eiserne Pforte auf meiner Donaureise entlang geradelt). Naturschutzgebiete,Eichenwälder, Idylle pur. Bei Siebeneichen an der Fähre das obligatorische Bild zu den 1. hundert Kilometern.


So richtig wichtig kann der Elbe-Lübeck Kanal nicht sein, 3 Stunden sind wir an ihm entlang geradelt. Wenn es 5 Freizeitboote waren, die uns entgegenkamen, dann ist es viel gewesen. Radfahrern sind wir auch nicht vielen begegnet. Bis kurz vor Mölln hatten wir eigentlich einen recht schönen Vormittag.
ABER DANN: Dann wurde es feucht, zuerst nur Nieselregen, den man einfach ignorieren konnte. Aber ziemlich genau, als wir nach Mölln reinfahren wollten, "da pladderte es man richtig los". Zuerst blieben wir unter der Brücke, dann, eine kleine Regenschwäche nutzend,  flüchteten wir uns ins "Cafe Till". Da war es gemütlich - und trocken.
Dass wir die Till Eulenspiegelstadt natürlich - und nicht zuletzt auch für Till genauer anschauen wollten ist klar.
Aber ab einer Luftfeuchtigkeit von 100% macht Touriprogramm keinen richtigen Spass mehr.
Wir haben uns natürlich die Nicolaikirche  angeschaut und auch den Till Eulenspiegel Gedenkstein, der lange Zeit für seinen Grabstein gehalten worden ist. Heute weiß man, dass er noch nicht aus dem 14.Jahrhundert stammt, also kein Grabstein sein kann,sondern wahrscheinlich 60 Jahre später als Gedenkstein an der Kirche angebracht worden ist,






Die mittelalterliche Altstadt ist wunderschön. Backsteingotik in einem außergewöhnlich gut erhaltenen Ensemble. Das ist das Till Eulenspiegelmuseum.


 Der Regen will nicht aufhören. Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als alles auszupacken. Regenhose, Galoschen, Handschuhe,  Helmüberzug. Richtig ausgerüstet macht der Regen überhaupt nichts mehr aus. Wir rauschen sehr flott Richtung Ratzeburg.

Dann fahren wir runter an den Ratzeburger See und immer am Ufer entlang bis Groß Sarau.
Die Sonne kommt ansatzweise raus und Friederike ist zeitgleich aus den Kleidern und im See:


In Groß-Sarau sind wir im Nobis-Krug. Ein sehr schnuckeliger historischer  Reetdachgasthof. 
Gutes Essen, lecker Bier. Was will man mehr. - Gutes Internet wäre nicht schlecht. Aber das ist leider die Schwachstelle. Mal sehen, ob ihr heute noch was zu lesen bekommt.

Ehe Friederike versuchen wird, weiter zu schreiben, das geht nur in der Gaststätte und auch immer nur phasenweise, möchte ich eine schöne Tradition aus früheren Reisen wieder aufgreifen:


Das Rätsel des Tages:

Dieses Mal ein Bilderrätsel, und zwar von der Sorte: "Was fehlt auf diesem Bild". Der erste Preis besteht aus dem Gegenstand der auf dem Bild fehlt. Er muss allerdings persönlich in Engen abgeholt werden, Bei mehreren richtigen Antworten wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit entschieden (d.h. ich entscheide!!!)



Für treue Leser des Blogs ein wichtiger Hinweis: "Es ist 11:00 Uhr"


Und jetzt ich:

Dieses Foto wollte ich euch nicht vorenthalten: Manne rüstet sich für den großen Regen



Also man weiß, ich bin romantisch und liebe Natur und Bäume und Blumen und so. Und beim Radfahren liebe ich natürlich die kleine Waldwege mit Farnen und Brombeeren oder den kleinen Pfad am Wasser entlang, mit Weiden und quakenden Enten.

Aber mal ehrlich: Sandwege sind total bescheuert, man strampelt sich ab und kommt nicht vorwärts, die Reifen schwimmen im tiefen Sandbett und man kommt nicht über den zweiten Gang hinaus. Und auf den Waldwegen gibt's Wurzeln und komische Löcher, riesige Matschstellen- mit tiefen Löchern- und plötzliche Aufstiege oder enge Kurven. 

Und wenn's dann noch in Strömen schifft... dann .. 

...liebe ich die asphaltierten Radwege, von mir aus auch entlang von vierspurigen Schnellstraßen, ohne einen Blick irgendwohin. Das Blickfeld ist eh sehr eingeschränkt mit Helm, darüber die Kapuze, den Kragen von der Regenjacke hochgeschlagen. 

Alles egal, romantische Ausblicke sind nichts für solche Tage. Auf dem asphaltierten Radweg  surrt das Rad gleichmäßig, man schaltet in immer schnellere Gänge, keine Hindernisse, und man kommt vorwärts!

Und wenn dann zum Schluss doch noch die Sonne rauskommt, dann darf's auch wieder romantisch werden, und richtig nass nicht nur von oben. 


Herrlich der Ratzeburger See, mindestens 22 Grad!




2 Kommentare:

  1. Ich weiß es, ich weiß es... fängt mit B an und hört mit anane auf ;)))

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  2. Sorry Mario!
    Das Losglück war dir nicht gewogen. Aber dafür bekommst du in Engen immer ein lecker Bier, wenn es sein muss auch mit Bananengeschmack

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